Flutkatastrophen und Dürren

Die Klimakatastrophe ist überall sichtbar

DürreDie Klimaerwärmung, die seit Jahren nicht nur messbar sondern auch fühlbar für uns alle ist, hat uns in Mitteleuropa in den letzten Jahren  Hitze und Dürre gebracht und nun Überschwemmungen in unvorstellbarem Ausmaß. Weltweit ereigneten sich nie gekannte Feuer, nie gekannte Stürme und nie gekannte Hitzewellen und Dürreperioden. Feuer vernichteten Wald, Flora und Fauna in Australien,  im brasilianischen Amazonasbecken und in den ausgedehnten Mooren und Wälder Sibiriens.  Insgesamt ist eine unvorstellbare Naturraumvernichtung überall auf der Welt im Gange, gefördert durch die Klimaerwärmung. Und immer brennen Wälder, die Sauerstoffproduzenten, die Luftfilter und Lungen und die CO2 Speicher unserer Erde.

Klimazonen formen Landschaften und Lebensweisen

Was verbinden wir gedanklich mit der Sahelzone? Ein großes Gebiet in Ostafrika, das immer wieder durch katastrophale Hungersnöte auffiel aber auch durch Überschwemmungen meist nach Jahren verheerender  Dürren. Dürren, die Ernten komplett ausfallen und Tiere beziehungsweise große Tierherden verhungern ließen. Nach solchen Dürrejahren kamen irgendwann die Starkregen und spülten den ungeschützt und brach liegenden Boden weg. Wir in Mitteleuropa sprachen dann gerne von Überweidung als Ursache, erklärten womöglich Ziegen zu  den Schuldigen. Dass die Menschen in diesem Klima ihre Ernährung nicht durch Ackerbau mit dem Pflug sichern können wird von technikgläubigen Mitteleuropäern gerne übersehen. Anders als  früher können die Nomaden mit ihren Tierherden auch nicht mehr dahin wandern, wo es noch Futter gibt, denn die Lebensräume werden immer kleiner.

Was bleibt übrig von den gemäßigten Breiten?

Beim Jahrhunderthochwasser 2002  hatten bis dahin in Mitteleuropa nie gesehene Niederschlagsmengen nie dagewesene Zerstörungen angerichtet. Gleich 2003 bescherte uns dann die erste brutale Jahrhundert-Dürre, der die Dürrejahre 2018, 2019 und 2020 allerdings den Rang abliefen. Doch wir hatten auch das Oderhochwasser 2010, das Elbehochwasser 2013, die Flutkatastrophen in Simbach am Inn und in Braunsbach 2016. Das Jahr 2021 wird nun mit vielen Ortsnamen im Ahrtal und anderswo verbunden werden, mit unermesslichen Schäden und schrecklichen Schicksalen.

Beim Jahrhunderthochwasser 2002 war Biothemen.de noch ganz neu, die Autorin frisch zurück von der Wüstenforschung. Damals brachte Biothemen.de das Elbehochwasser auch in Verbindung zum Waldsterben. Der Zusammenhang zwischen sterbenden Wäldern und Überschwemmungen ist ein ganz direkter. Flutkatastrophen haben nicht nur mit der Klimakatastrophe zu tun. Es liegt nicht am CO2 allein! Und es ist nicht nur der sterbende Wald. Auch Wiesen und Weiden, früher oft moorig, wurden ihrer enormen Wasserspeicherkapazität beraubt. Sie wurden wie der Waldboden durch große schwere Maschinen verdichtet. Auf Ackerflächen wird der Humus durch Überdüngung und Pflügen abgebaut.

Dazu mehr hier: Landnutzungsänderung, der Klimakiller
und: CO2-Speicher Humus – Moor, Wald, Wiese

Was Wald alles ausmacht

In erster Linie und ganz direkt hilft Wald besser als alles andere gegen Überschwemmungen. Es ist eine Tatsache, dass selbst sintflutartige Regenfälle in intakten Waldgebieten kaum Schaden anrichten. Der Wald saugt sehr viel Wasser auf wie ein Schwamm. Dazu tragen die Bäume, die übrige Vegetation und der humusreiche Waldboden bei. Auch intaktes Grünland saugt viel Wasser auf, die Pflanzenschicht und die Humusschicht, je dicker desto besser. Intakter alter Wald und Dauer-Grünland sorgen für Versickerung ins Grundwasser und für sehr langsamen Wasserabfluss.

 Flächenversiegelung und Dürre  – eine Teufelsspirale

Sturzbach in natürlicher, unversiegelter LandschaftWas wir in Deutschland haben ist ein durch die vergangenen Dürrejahre stark geschädigter und teilweise auch vernichteter Wald. Tote Bäume und abgeholzte Wälder verlieren ihre Schwammfunktion. Nicht nur das, sie halten auch den Boden auf dem sie stehen nicht mehr fest und auch nicht sich selbst. Alles rutscht. Und man will es kaum noch erwähnen und doch ist es notwendig: Die Flächenversiegelung und die Zersiedlung lassen Wald zu etwas anderem werden als es einmal war. Sogenannte Ausgleichsflächen für Versiegelung, Abholzungen und Flächenverbrauch werden zwar aufgeforstet, doch ob die Bäume nach ein paar Jahren noch leben wird nicht nachverfolgt. Und auch der Waldboden oder die dicke Humusschicht von umgebrochenem Grünland sind dadurch nicht wieder da!  Aus abgestorbenen, heruntergefallenen Ästen und trockenem Laub gibt es in Dürrejahren praktisch keine Humusbildung mehr. Das trockene Zeug auf dem Boden saugt das plötzlich auftretende Wasser nicht auf und hält es nicht fest. Dürre zusammen mit Flächenversiegelung verschlimmern die Situation wie in einer Teufelsspirale.

Wir rechnen alles schön

Wald ist nicht die Ansammlung von ein paar Bäumen auf zerstückelten Flächen mit jeweils ein paar hundert Quadratmetern. Wald ist auch kein Forst mit einer genetisch identischen Baumart einer Altersklasse, die regelmäßig genutzt, das heißt abgeholzt wird. Und Wald ist eventuell auch nicht oder nicht mehr die in Landkarten  ausgewiesene Waldfläche, wenn er vielleicht 2018, 2019 oder 2020 vertrocknet ist. Doch diese einstmaligen Waldflächen liegen den CO2 Berechnungen, unseren errechneten Klimazielen zu Grunde. Ober dieser Wald noch eine CO2-Senke ist, die er sein sollte und als die er berechnet wird, ist die eine Frage. Die andere Frage wird gar nicht erst gestellt, ob der Wald seine anderen waldtypischen Funktionen noch erfüllt: die grüne Lunge sein und der effektivste Wasserspeicher und Wasserrückhalt.

Wald ist weit mehr als die Gegenrechnung für eine ausgeglichene Klimabilanz und die Möglichkeit noch ein paar mehr große Autos fahren zu lassen. Die Natur prüft es nach.

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Anhaltende Dürre im deutschen Wald

Regenwald und Wald der gemäßigten Breiten

immerfeuchter Wald Wald in unserer Vorstellung, das sind hohe Bäume mit langen und dicken Stämmen. Ihre Kronen bilden einen geschlossenen Bestand, der im Sommer viel Schatten und Kühle spendet. Solche Wälder sind grüne Lungen, sie filtern das Grundwasser und die Luft. Wald dieser Art gibt es in zwei unterschiedlichen Klimazonen auf der Erde, die aber eines gemeinsam haben – sind sind im Prinzip immerfeucht. Die feuchten Tropen beherbergen die größten Bäume (Bild links) mit bis zu 100 Meter hohen Baumriesen. Doch auch unsere Mitteleuropäischen Wälder beherbergen hohe, dicke und dabei sehr alte Bäume: Fichten, Tannen, Lärchen, Eichen und Buchen.

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Verdichtung und Steingärten oder wie wir uns selbst die Luft nehmen

Grün weicht Beton – überall

Wohnraumknappheit in Städten und Vororten. Aber auch 6-Zimmer Wohnungen und 250 qm Häuser für Alleinstehende sind keine Seltenheit und dabei oft schwer zu vermieten oder zu verkaufen. Warum eigentlich fördert man nicht den Umbau solch großer Wohneinheiten zu kleineren, zeitgemäßen für die Single-Gesellschaft? Auch das wäre dann bezahlbarer Wohnraum. Aber nein, viel lieber baut man neu, in jede noch so kleine Lücke in Stadt und Land. Verdichtung nennt sich das und die Volksmeinung lautet: Verdichtung ist gut, Baulücken sind schlecht. Warum eigentlich? Wenn das Zubauen der Baulücken uns davor bewahren könnte, dass immer mehr Natur neuen Siedlungen weichen muss, dann würde ich das auch so sehen. Aber es passiert beides. Neubaugebiete und Verdichtung. Neue Straßen zur Erschließung, neue Betonwände und Asphaltdecken und dann Kiesgärten mit Gabionenzaun rund ums neue Eigenheim. Vorher war es hier grün, allerlei Vogelarten und Kleinsäuger fingen hier Insekten, die wiederum auf Blütenpflanzen ihre Nahrung fanden… Das ist dann alles vorbei. Vorbei mit Blütenpflanzen und Früchten und vorbei mit Tieren, die davon leben. Vorbei zu sein scheint aber auch die Idee der Bauerngärten, der Blütenparadiese, der Obst- und Rosengärten von Hausbesitzern…

Gepflasterte Vorgärten und Hitze

Gabbionen sind große Bruchsteine, die in Drahtgittern zusammengehalten werde. Sie sind an stark befahrenen Straßen willkommener Lärmschutz. Sie dienen als Stützwände und Uferbefestigung. Doch inzwischen werden sie allerorts in Vororten und Dörfern als Gartenzaun verwendet. Damit alles schön ordentlich aussieht und vor allem pflegeleicht ist – ja keine Arbeit mit Unkraut jäten und Hecken schneiden entsteht. Warum bitte braucht man dann einen Garten? Und warum darf man das? In vielen Städten darf man schon lange keine Grundstück mehr bebauen ohne für die vollständige Versickerung des Regenwassers auf dem eigenen Grundstück zu sorgen. Weil die Flächenversiegelung überhand nimmt und keine Kanalisation bei Starkregen soviel Abflusswasser verkraften kann. Offen gelassene Flächen zur Versickerung sind bitter nötig. Doch was ist mit Hitzeperioden und Dürre? Warum darf noch immer jeder seinen Garten leblos gestalten? Flächendeckend Steine und Beton sind in jeder Form und Ausdehnung erlaubt, solange sie Fugen oder Löcher für die Versickerung haben. Doch wenn nichts versickert, weil es nicht regnet, dann heizt sich das auf und schneidet zusätzlich die Luftzufuhr ab. Längst ist das aus allen großen Städten der Welt bekannt. Die Temperaturen liegen hier oft 10 ° über denen des Umlandes!

Warum sind leblose Gärten erlaubt?

Man könnte sagen, die Leute sind selber schuld, wenn sie rund um ihr Eigenheim Steine und Beton statt Pflanzen beherbergen. Doch sie machen das Kleinklima auch für ihre Umgebung unangenehm. Die Versiegelung und Verdichtung, der Naturverbrauch und die Vernichtung von Pflanzen inklusive blühendem Unkraut schadet allen. Der Steingartenbesitzer mit leblosem, undurchdringlichem Zaun hat wahrscheinlich sogar eine Klimaanlage. Der Nachbar mit Grünfläche, Hecke und Bäumen im Garten aber nicht. Auch der Erbauer eines begrünten Daches und einer grünen Fassade in der Stadt hat keine stromfressende Klimaanlage. Doch die Pflanzen seiner ökologischen Isolierung leiden mit unter den Hitze abstrahlenden Betonfassaden der Nachbarschaft. Gießen und neu pflanzen muss nur derjenige, der Leben fördert. Es ist wie immer –  die einen verbrauchen rücksichtslos, die anderen bezahlen dafür mit.

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Gärtnern bei Trockenheit

Trockenheit

Wenn der Regen lange ausbleibt, hilft Gärtnern und Landwirten nur noch Bewässerung. Die Aussaat von Gemüse und einjährigen Kulturen ist ohne Feuchtigkeit im Boden vollkommen sinnlos. Und auch die Sonne liebenden Fruchtgemüse werfen bei allzu großer Hitze und Dürre zunächst ihre Blüten und dann ihre Früchte ab. Jedoch ist mit der Gießkanne oder dem Bewässerungsschlauch allein gegen eine derartig lang anhaltende Dürreperiode wie in diesem Jahr nur schwer anzukommen. Weitere Maßnahmen müssen her.

Wassersparender Umgang mit dem Boden

Hacken
Bodenkrume oberflächlich lockern

Bei Trockenheit mit starkem Wind trocknet die Bodenkrume sehr schnell aus. Tiefes Umgraben oder Pflügen sollte nun absolut vermieden werden, damit die Feuchtigkeit in tieferen Bodenschichten länger erhalten bleibt. Andererseits ist es wichtig die Oberfläche locker zu halten. Das Hacken des Oberbodens bricht die Kapillarwirkung und fungiert als Mulchschicht. Das heißt, der Aufstieg von Wasser an die Oberfläche und damit die Verdunstung kann durch flaches Hacken vermindert werden. Ein lockerer Oberboden ist auch wichtig, damit das Bewässerungswasser oder der irgendwann zu erwartende Regen besser eindringen kann und nicht oberflächlich abläuft. An Hängen ist eine leichte Terrassierung vorteilhaft, um einzelne Pflanzen herum eine Vertiefung und ein Erdwall, damit man gezielter gießen kann.

Beikraut ist jetzt zu viel

Im trockenen Süden ist es weitverbreitet üblich, Olivenplantagen oder Weinberge nur im Winter zu begrünen, im Sommer aber abweiden zu lassen und brach liegen zu lassen. Das hat mit den begrenzten Wasservorräten im Boden zu tun, mit der Wasserkonkurrenz. Hinzu kommt, dass vertrocknetes Gestrüpp leicht entzündlich ist und sich auf diese Weise Buschbrände rasch ausbreiten können. Auch bei uns wird man Obstbäumen einen Baumring frei halten. Man sollte zumindest das Gras Abmähen und wenn möglich Mulchen. In  Gemüsekulturen sollte man jetzt ebenfalls das Unkraut hacken und dann als schützende Mulchschicht auf der Bodenoberfläche vertrocknen lassen. Unkräuter wachsen bei Dürre ansonsten viel schneller als die meisten Gemüsepflanzen und schlucken das Gießwasser.

Rasen und Wiese schonen

Viele Gräser hören auf zu wachsen, wenn es trocken wird. So schonen sie ihre Reserven. Diese Gräser speichern ihre Nährstoffe in den unteren Halmabschnitten. Werden sie zu oft zu tief abgemäht (oder abgeweidet) dann steigt die Gefahr des Absterbens, insbesondere bei lang anhaltender Dürre. Die typischen Rasen- und Wiesenunkräuter wie Sauerampfer, Löwenzahn, Disteln, Hahnenfuß oder Wiesenkerbel aber auch Klee, Wegerich und viele andere haben tiefer reichende Wurzeln als die Gräser und sind sehr trockentolerant. Sie profitieren vom Absterben der Gräser und können sich stark ausbreiten. Bei Dürre ist es also wichtig den Rasen nicht zu tief und nicht zu oft zu mähen, damit die Wurzelunkräuter nicht zu sehr überhand nehmen.

Weiter mit: Richtig Gießen

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Klimawandel und Feinstaub – und was tun wir?

Der CO2 Gehalt der Athmosphäre steigt mehr als errechnet

Es ist erschreckend und es war vorhersehbar –  Nun sind wir bei einen CO2 Gehalt in der Atmosphäre von über 400 ppm angelangt (Quelle: Umweltbundesamt). Das ist höher als jemals in den letzten 10 Millionen Jahren und es ist ein Drittel höher als vor nur 60 Jahren! Erschrickt eigentlich niemand mehr darüber? Noch immer gibt es Kreise, die den Klimawandel leugnen und Dinge sagen wie: “die Chancen des Klimawandels sehen” und “die Pflanzen wachsen besser mit mehr CO2 in der Luft”. Ach ja?

Wo sollen die Pflanzen wachsen?

Wenn da nur eine kleine Verbesserung des Wetters wäre, dann wäre das vielleicht so. Neue Bäume nördlich der Baumgrenze, da wo die Eisbären ums Überleben ringen. Währenddessen aber brennen überall auf der Welt die alten Wälder, in den immerfeuchten Tropen und im kalten Sibirien wegen des ungebremsten Raubbaus. Inzwischen schon bald ganzjährig brennt es in den stets Waldbrand-gefährdeten sommerheißen Gebieten rund um den Erdball, von Kalifornien bis in den gesamten Mittelmeerraum und nach Indien. Weil noch größere Hitze mit noch längerer Trockenheit und noch mehr Wind, irgendwann die Funken fliegen lässt. Es brennt im Dezember in Kalifornien! Statt mehr Pflanzenwuchs zu fördern, machen immer schlimmere Dürrekatastrophen immer mehr Flächen dauerhaft zur Wüste, wie derzeit in Ostafrika, wie in Teilen Chinas, wo wandernde Sanddünen Pflanzenwuchs unmöglich machen.

Feinstaub und Kohlendioxid – es gehen uns die Luftfilter aus

Wer oder was soll das CO2 ohne mehr Flächen für Pflanzenwuchs noch aus der Athmosphäre schaffen? Was keiner sagt ist, dass mit dem CO2-Anstieg auch der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre sinkt, denn unser Sauerstoff verbrennt zusammen mit den fossilen Treibstoffen und den Bäumen. Wir bekommen weniger Luft zum Atmen, mit mehr Feinstaub. Tatsächlich waren in anderen Erdzeitaltern, in denen das Leben auf der Erde blühte, die Sauerstoffkonzentrationen auch schon wesentlich höher als heute. Beim CO2 sind wir jetzt bei 400 ppm und waren in allen Eis-und Warmzeiten seit Menschengedenken nie über 300 ppm. Bei 1000 ppm CO2 ist Raumluft in Zimmern abgestanden, unsere körperliche und geistige Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt!
Und ein SUV verbrennt dreimal so viel Benzin und Sauerstoff und produziert dreimal so viel CO2 wie ein Kleinwagen….

Kohlenstoff wird auch im Ozean gespeichert?

In Form der Korallen und Krustentiere als Kalziumkarbonat sowie andererseits als gelöste Kohlensäure wird Kohlendioxid auch ohne Pflanzen aus der Atmosphäre entnommen und in den Ozeanen gespeichert. Doch wer nachdenkt merkt es schnell, Säure und Kalk vertragen sich nicht gut. Ein Gleichgewicht stellt sich ein, durch mehr Säure wird mehr Kalk aufgelöst oder die Kalkbildung erschwert. Und statt mehr Korallenwachstum in Meeren, welches eine Speicherung für sehr viel CO2 und damit die Senkung von Kohlendioxid in der Atmosphäre sein könnte, bedroht die Ozeanversauerung (mehr bei BMBF) die Korallen. Das erwärmte und angesäuerte Ozeanwasser erledigt dann den Rest – Korallenbleiche, Korallensterben. Die Erwärmung der Ozeane treibt mehr Gase aus dem Wasser aus und das bedeutet mehr und nicht weniger CO2 in der Luft. Zusätzlich entsteht durch die Erwärmung selbst Sauerstoffmangel im Wasser, was Fischen und anderen Meerestieren das Leben noch schwerer macht.

Mehr dazu in: Faszination Meeresforschung, ein ökologisches Lesebuch

… wenn der letzte Fisch gefangen

Doch wir vernichten die Meeresbewohner auch an anderen Fronten. Unsere Bauwut verschlingt Sandstrände und ganze Inseln und damit den Lebensraum aller Meerestiere. Unser Fleischhunger zerstört Küstenlinien und den Meeresboden durch industrielle Großfischerei für Fischmehl beziehungsweise Tierfutter. Und unser Plastikmüll verdreckt und vergiftet in Form von Mikroplastik alle Gewässer und Ozeane beziehungsweise alle Lebewesen darin. Echte Nachhaltigkeit und ein stark gebremster Konsum sind unverzichtbar, doch ein Umdenken scheint nach wie vor nicht stattzufinden. Der Spruch ist so alt und bekannt, dass ihn eigentlich niemand mehr hören will, doch: erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen….

 

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EHEC in Zeiten der “Geiz ist geil”- Mentalität beim Essen

Das Image von den sicheren, gesunden Lebensmitteln

Beim Einkauf von Lebensmitteln in Deutschland ist Sparsamkeit der Normalfall. Bis in die wohlhabendsten Kreise hinein, oft auch vollkommen unabhängig vom Einkommen, ist es chic Schnitzel und Fertigpizza zu Schnäppchenpreisen zu ergattern. In kaum einem anderen Land geben die Menschen prozentual so wenig Geld für Essen aus wie in Deutschland. In vielen anderen Ländern der Welt würden sich die Menschen schämen, so etwas Billiges kaufen zu müssen, doch uns wird seit Jahrzehnten eingeredet, dass es sich dabei um höchste Qualität handle. Dieses Image bekommt jetzt Risse, nein Krater. Konnte man die weit höhere innere Qualität von vernünftig produziertem Obst, Gemüse und Fleisch stets so schwer beweisen und umgekehrt die Bio-Landwirtschaft und ihre weitsichtigen Protagonisten so leicht in eine ideologische Ecke verbannen oder als Spinner abtun, so offenbart sich nun auf einmal ein Lebensmittelskandal mit ungeahntem Ausmaß. Es ist der Supergau der Agrarproduktion. Es geht nicht mehr um Nachhaltigkeit, Ethik oder Weltanschauung. Alles ist verdächtig. Wer glaubt noch an sichere, gesunde Lebensmittel?

EHEC – Montezumas Rache & Frankensteins Küche in einem

Die Schäden, die die Massentierhaltung mit ihrem Gülleaufkommen anrichtet, werden auf grausame Weise sichtbar. Der neue EHEC Keim ist eine besonders aggressive Kreuzung. So etwas kann nur bei hohem Krankheitsdruck entstehen, bei zu vielen Tieren auf einem Fleck, bei ständigem Antibiotikaeinsatz. Der Bauer, dessen Kühe im Stall stehend gemolken werden verursacht so etwas nicht. Gleichzeitig mit der Massentierhaltung  sind auch die riesigen Monokulturen ein weiteres Übel und möglicherweise ein weiterer der auslösenden Faktoren, die beim Ausbrauch von EHEC nun unglücklich zusammen kamen. Flurbereinigung ebnet der Bodenerosion bei starkem Wind den Weg und so können sich Keime aus der Gülleüberdüngung über weite Landstriche verteilen, ohne dass jemals eine direkte Quelle gefunden werden kann, ohne dass auch nur ein Gemüsebauer seine Felder mit Gülle gedüngt hat oder ein einziger Gemüsehändler geschlampt hat.  Das ganze System stinkt zum Himmel. Unsere Lebensmittel Discounter bieten Eier, Milch, Fleisch, Brot und Gemüse zu Niedrigstpreisen. Seit Jahrzehnten müssen Landwirte, die bei dieser Preisspirale nach unten nicht mithalten können, früher oder später aufgeben.

Was muss noch passieren, damit eine Umkehr in der Agrarproduktion und Lebensmittelerzeugung eingeleitet wird?


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EHEC, Dürre, Massentierhaltung und Gülle

EHEC gehört zu den Colibakterien, die über Fäkalien und oral übertragen werden. Colibakterien sind bekannte Auslöser von Durchfallerkrankungen unter anderem in Ländern mit schlechter Wasserversorgung und überall dort, wo unerhitzte Lebensmittel mit mangelnder Hygiene zubereitet werden. Eigentlich gehört Deutschland nicht in diese Kategorie.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen den EHEC-Fällen und der anhaltenden Trockenheit? Ist die Grundwasserqualität durch Masentierhaltung und Gülledüngung im Maisanbau gefährdet?

Niederschläge und Wasserqualität

Wir haben eine sehr gute Wasserversorgung und hohe Wasserqualität. Auch wenn es viele beklagen – Deutschland profitiert von Überschüssen an Niederschlägen. Anders als in Trockengebieten bildet sich bei uns normalerweise überall genügend Grundwasser. Vor schlechter Wasserqualität schützen uns außerdem Kläranlagen und Wasserwerke und das Wasser aus der Leitung ist stets so keimfrei, dass es getrunken werden kann. Selbstverständlich kann damit auch Salat unbedenklich gewaschen werden. Gemüse und Salate kommen zudem vorgewaschen in den Handel. Der Verbraucher muss sich nicht mit Erde an Möhren oder Staub auf dem Salat befassen. Das Geheimnis liegt in den Gemüsewaschanlagen direkt in den Erzeugerbetrieben. Auch hier muss das Waschwasser Trinkwasserqualität haben. Viele Erzeugerbetriebe haben ihre eigene Wasserversorgung aus eigenen Brunnen mit eigenen Pumpen und Filtern. Sie speisen sich aus Quellen und aus Grundwasser. Die derzeitige Situation extremer Dürre erfordert zum Gemüseanbau sehr viel Wasser.  Die fehlende Grundwasserneubildung seit Monaten und somit absinkende und sehr niedrige Wasserstände wie nie zuvor in dieser Jahreszeit lassen vielerorts die Quellen und Brunnen beinahe versiegen. Die Qualität des verbleibenden Wassers wird davon nicht besser, das weiß man aus Erfahrung. Es steigt die Gefahr einer Kontamination im Grundwasser mit Keimen.

Was übrig bleibt bei der Massentierhaltung sind Fäkalien

Wieso aber EHEC aus der Rinderhaltung? Landwirtschaftliche und gartenbauliche Betriebe fühlen sich nun zu Unrecht verdächtigt Gülle auf Gemüse ausgebracht zu haben, was ohnehin nicht zulässig wäre. Die Gefahren sind selbstverständlich bekannt. Doch kann uns das beruhigen? Ist es nicht vielmehr so, das angesichts von Massentierhaltung mit vielen hundert oder sogar tausend Kühen pro Betrieb und einseitigen Betriebsstrukturen zu viel Gülle für zu wenig Fläche anfällt? Vor der Pflanzung darf Gülle nämlich durchaus ausgebracht werden! Und EHEC ist ein Keim, der sehr lange in der Umwelt überleben kann! Länger als die Zeitspanne zwischen Entstehung der Gülle und Ernte von Salat. Doch das Malheur muss nicht unbedingt direkt passiert sein. Gülle wird überall auf Mais ausgebracht. Mais verträgt mehr davon als jede andere Kulturpflanze. Nicht zuletzt deswegen ist der Maisanbau in der Landwirtschaft so beliebt! Er schluckt die Fäkalien, die aus einer nur durch Futtermittelimporte ermöglichten Überproduktion an Fleisch entstehen. Und Mais ist heute einfach überall – mit allen bedenklichen Folgen zum Beispiel für das Grundwasser. Wir ersticken quasi in Fäkalien, die durch massive Futtermittelimporte entstehen.

Traditionelle landwirtschaftliche Betriebsstrukturen sind hygienisch einwandfrei

Zurück zu den bäuerlichen Mischbetrieben, wäre die umweltschonende, Ressourcen schützende und hygienisch bewährte Produktionsweise. Frischen Mist und Gülle niemals direkt auf die Felder ausbringten! Bei zwei Kühen pro Hektar oder Betrieben mit nur 30 bis 100 Kühen und entsprechender Fläche kann deren Mist ganz leicht zunächst kompostiert und dann hygienisch einwandfrei auch auf Weizen, Kartoffeln oder Gemüse ausgebracht werden. Eine moderne und aus Sicht der Hygiene und der Umwelt sehr empfehlenswerte Form der Gülle-Aufbereitung sind Biogasanlagen. Doch auch wenn die Kühe Grünland beweiden, wird ihr Mist ganz von alleine zu ungefährlichem Humus. Die Gefahr wäre in allen drei Fällen gebannt.

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Richtig gießen

Ernten kann man nur wo Wasser ist

Gemüse und viele Blütenstauden zeigen durch welkende Blätter unmittelbar an, wenn ihnen Wasser fehlt. Werden sie dann rasch gegossen stehen sie meist ohne Schaden zu nehmen wieder auf. Wichtig ist das regelmäßige Gießen bei extremer Trockenheit, Wind und Hitze auch bevor Blätter welken, denn nur wo ausreichend Wasser im Boden ist, wachsen Pflanzen überhaupt, andernfalls stellen sie jedes Wachstum ein. Blüten aber auch kleine Früchte  – etwa von Tomaten oder Paprika – können abfallen.
Saaten und neu verpflanzte Gemüse müssen stets gut angegossen und feucht gehalten werden bis ihre Wurzeln eingewachsen sind. Auch danach können sogar Wurzeln vertrocknen. Zur Verminderung der Austrocknung hilft die Abdeckung mit Vlies. Auch Windschutz durch Hecken vermindert die Verdunstung. Welkende Pflanzen haben bei intensiver Sonne schlechtere Chancen zu überleben, denn das Welken zieht nach sich, dass die Blätter sich nicht mehr selbst kühlen und dadurch verbrennen können. Mit Wasser vertragen Blüten- und Gemüsepflanzen also viel mehr Sonneneinstrahlung und Hitze als ohne. Sie behalten ihre Kraft um tiefe Wurzeln zu bilden.

Bäume und Sträucher rechtzeitig gießen

Gehölze zeigen Trockenstress nicht durch Welken an. Die Zweige sind zu starr, die Blätter zu hart um bei Wassermangel herunter zu hängen. Ältere Bäume und Sträucher sind meist in der Lage sich an länger anhaltende Trockenheit anzupassen. Sie tun dies indem sie immer tiefer wurzeln, dem Wasser im Boden nachwachsen, das oberirdische Wachstum einstellen, das Laub verfärben, später auch Früchte und Blätter abwerfen und erst zuletzt beginnen abzusterben. Der Nachteil bei einheimischen Obstbäumen, Beerensträuchern und anderen Ziergehölzen ist aber, dass man zu spät erkennt, wenn die Trockenheit bereits Schäden angerichtet hat. Ein sichtbares Symptom kann Sonnenbrand der Blätter sein, doch auch wenn jetzt gegossen wird, können ganze Äste bereits stark geschädigt sein. Wenn dann auch die Wurzeln nicht mehr genügend Kraft haben um dem Bodenwasser hinterher zu wachsen, können selbst große Bäume ganz oder teilweise vertrocknen.

Tipps und Tricks fürs richtige Gießen

Bei starker Trockenheit gelten andere Regeln für das Gießen als sonst. Es darf abends gegossen werden, wenn die Verdunstung geringer ist. Es darf auch tagsüber bei praller Sonne gegossen werden um zu vermeiden, dass die Pflanzen welken. Lieber zu früh als zu spät gießen, lieber seltener und mehr auf einmal als zu wenig, denn oberflächliches Gießwasser, das gar nicht in den Wurzelraum eindringt, hilft langfristig weder Bäumen noch Blumen oder Gemüse. Eine Anpassung an die Trockenheit findet hingegen auch mit Wassergaben statt: die Blätter werden kleiner und härter (und mineralstoffreicher), die Stängel bleiben kürzer, die Schalen der Früchte werden dicker und – falls richtig gegossen wird – die Wurzeln reichen tiefer. Mineralischer Stickstoffdünger und andere Düngersalze sind bei ausgesprochener Dürre übrigens kein Mittel um die Ertragseinbußen wie etwas den klein gebliebenen Salat oder die wenigen Erdbeeren auszugleichen: Düngersalze erfordern im Gegenteil das wesentlich häufigere Gießen und erhöhen das Risiko des Vertrocknens erheblich. Wenn dann nur sehr dosiert düngen!

Wichtig bei Dürre sind auch weitere Dinge wie Bodenbearbeitung, Unkrauthacken…

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Schönes Wetter oder drohende Verwüstung?

Es sind stehende Begriffe mit denen Wetterfrösche unser Wetter kommentieren. “Schönes Wetter” heißt ungetrübter Sonnenschein, schlechtes Wetter heißt Regen. Daran ist nichts auszusetzten. Es sei denn die Schönwetterperiode hält über viele Wochen oder gar Monate an und findet ausgerechnet im Frühling statt. Begleitet wird das schöne Wetter von trockenem Wind aus Osten und hohen Temperaturen. Derzeit sollten wir eigentlich “Aprilwetter” haben – einen Mix aus Sonne, Regengüssen und Gewittern. Echtes Wachstumswetter für alle Pflanzen, insbesondere den Wald. Wachstumswetter auch für Weizen, Gerste, Kartoffeln und andere Feldfrüchte. Wachstum für das Gras auf der Wiese und das Heu als Wintervorrat für Pflanzenfresser. Was wäre wenn dieses schöne Wetter länger anhielte? Alle denken an Waldbrandgefahr, und nun auch an Feuer im trocken gefallenen Hochmoor. Die langfristigen Folgen können allerdings noch viel schlimmer sein.

In Dürregebieten wächst kein Wald

Aus den Trockengebieten der Erde sind die Effekte bekannt. Zunächst verdorrt das Gras auf dem Halm. Es gibt überall Missernten, keine Körner, nur Stroh.  Irgendwann aber verdorren auch Bäume und Sträucher, zumindest alle die ausserhalb von Flusstälern oder Grundwasserströmen wachsen. Es ist ein Kennzeichen von Wüsten, dass  – wenn überhaupt – dann einjährige Pflanzenarten überleben. Diese sogenannten Annuellen  haben sich darauf eingestellt, alle ihre Kraft innerhalb kurzer Zeit in die Bildung von Samen zu legen, den Rest der Pflanze absterben zu lassen. Die Samen können dann oft jahrelang im Boden schlummern bevor die Bedingungen für Keimung und Wachstum wieder günstig sind. Ähnlich gut an jährliche Dürre angepasst sind Zwiebelgewächse wie beispielsweise Tulpen. Es wachsen bei entsprechenden Klimabedingungen aber nur Gräser und Blumen, keine großen Pflanzen, keine Schattenbäume und kein Wald.

Erosion

Die Überlebensstrategie in Gebieten mit langen Dürreperioden hat weitere Nachteile für uns und für anderes Leben: Annuelle Pflanzen bieten keinen Schutz vor Erosion. Wenn der Regen sehr kräftig ausfällt, wie wir das aus den letzten Jahren kennen, spült er die oberen Bodenschichten mit dem sturtzbachartig ablaufenden Wasser gleich mit weg. Starker Regen mit dicken Tropfen nach langer Dürre dringt noch nicht einmal in den Boden ein. Vielfach benetzt er die ausgedörrte Bodenoberfläche kaum. Niederschlag und Boden gehen gleichermaßen verloren, werden ins Tal und mit den Strömen fortgespült.
Lesetipp: Der Klimawandel und der Zustand unserer Landschaften

Sandstürme

Ein anderes Phänomen in Wüsten sind Sandstürme. Sie entstehen aus dem einzigen Grund, dass Alles unbewachsen ist, dass riesige Flächen ohne Windschutz sind und keine Hindernisse oder Wurzeln sie festhalten können. Auch dabei wird der Erosion Vorschub geleistet, der Winderosion. Hier beginnt und endet ein Teufelskreis der Verwüstung. Ohne Windschutz bläst der Wind unablässig, ungebremst und dadurch besonders stark. Es gibt keinen Windschatten hinter Hecken oder an Waldrändern. Ohne Windschutz wird der feine Mutterboden vom Winde verweht, hoch aufgewirbelt und weit weg transportiert. Zurück bleiben Steine. Die betroffenen Flächen werden unfruchtbar. Auf Feldern ohne feinen Oberboden, ohne Nährstoffe oder Humus können praktisch keine Pflanzen mehr wachsen. Ohne Pflanzenwachstum gibt es  weiterhin nichts, das den Boden festhalten, Windschutz bieten und Humus bilden könnten.

Agrarwüsten

Kürzlich sahen wir dasselbe Phänomen, noch dazu aus demselben Grund, bei uns auf der Autobahn in Mecklenburg-Vorpommern. Große brachliegende landwirtschaftlich genutzte Flächen ohne Hecken, ohne Bäume so weit das Auge reicht – Agrarwüsten.  Das darf in Deutschland, einem Land in dem Wälder wachsen, nicht passieren!

Demnächst mehr: Gärtnern bei Trockenheit


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