Von Pestiziden, Dioxinen und Grenzwerten

Ja, es stimmt, wir sterben nicht an einem mit Dioxin oder Pestiziden belasteten Essen. Die immer wiederkehrenden Aussagen der Experten, es bestünde keine akute Gefahr, sind dennoch nichts als Beschwichtigungen. Bei der Produktion unserer Lebensmittel und anderer Agrarrohstoffe in fernen Ländern, sterben Menschen durchaus an akuten Belastungen mit Pestiziden, meist durch ungeeignete Methoden bei ihrer Ausbringung aber auch durch ständige zu hohe Belastung und durch verseuchtes Grundwasser. In Deutschland ist die Anwendung vieler der gefährlichsten Pestizide seit Jahren verboten. Produzieren und exportieren tun wir sie trotzdem.

Die akute Gefahr ist nicht das einzige Risiko für Verbraucher. Seit langem ist bekannt, dass sich Dioxine und viele Pestizide (Organochlorverbindungen) über die Nahrungskette stark anreichern. Davon sind Wildtiere betroffen, die am Ende der Nahrungskette stehen wie etwa Eisbären und Seeadler. In gleichem Maße betrifft dies den Menschen. Ist es etwa gleichgültig, dass Muttermilch ein gesundheitliches Risiko für Babys darstellt? Wer kann mit Sicherheit behaupten, dass die in einem 50 oder 60-jährigen Leben im Körper akkumulierte Chlorchemie nicht doch zu viel wird und eben doch Krebs auslöst, selbst wenn nie Grenzwerte überschritten wurden? Überall wird derzeit behauptet, es gäbe eine natürliche Belastung mit Dioxinen. Natürlich ist daran aber gar nichts, ohne Chlorchemie kein Dioxin! Kein Dioxin ohne PCB-Müllverbrennung oder illegale Hausmüllentsorgung. Wir hören nun ständig, Bioprodukte seien höher belastet, weil die Tiere draußen picken und grasen dürfen. “Draußen” – was in unserem sich ausbreitenden Verständnis gleichbedeutend geworden ist mit “verseucht”? Das ist tendenziöser oder zumindest ignoranter Unsinn! Der ökologische Landbau verwendet keine Rohstoffe und keine Hilfsmittel, die Dioxine verursachen, nicht hier und nicht anderswo. Der allgemeine Belastungsstatus von Böden, Wasser und Lebensmitteln, von Wildtieren und Menschen würde sich langfristig verringern, wenn weltweit weniger Pestizide gespritzt würden.

Die Alternative ist der ökologische Landbau und nicht eine weitere Steigerung der Produktivität in der Landwirtschaft. Der völlig falsche Weg ist hingegen Ilse Aigners Gesetzentwurf zu einer Vereinfachung der Zulassung von Pestiziden. Vereinfacht werden könnte hingegen deren Verbot. Wenn ganze Bienenvölker sterben, wie in den badischen Maisanbaugebieten vor drei Jahren, dann müssen solche Pestizide gänzlich verboten werden. Man fragt sich ohnehin wieso dies nicht vorher festgestellt wurde? Grenzwerte hin oder her – gefährliche Pestizide müssen durch ungefährliche ersetzt werden. Der Landbau muss  naturverträglicher werden. Das ist möglich!

BUND: Anhaltendes Bienensterben durch Pestizide

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Saisonal kochen mit frischem Gemüse

Warum nicht Erdbeeren und Kopfsalat?
Wer im Winter in Griechenland Moussaka essen will, der hat meistens Pech gehabt und wird fragend angeschaut: Tomaten, Auberginen und Zucchini im Winter? Zu dieser Jahreszeit kocht man auch am Mittelmeer Gerichte mit Kohl und Trockenbohnen. Zu gegrilltem Fleisch gibt es jetzt Wintersalate. Es ist nicht die Saison von Gurken und Kopfsalat. Auch der Gesundheit leistet man damit keinen großen Dienst. Vitamine sind bei fehlender Sonne kombiniert mit Treibhauswärme kaum im Gemüse enthalten. Wer jetzt Paprika, Erdbeeren, Trauben oder Spargel kauft, der riskiert besonders hohe Belastungen mit Pestiziden. Auch viele Obstarten und Gemüse mögen die kalte Jahreszeit nicht und müssen gegen Krankheiten gespritzt werden – weit mehr als im Sommer. Wer auf  Tomaten und Zucchini nicht verzichten will, dem soll bewusst sein, dass ihre Erzeugung sehr viel Erdöl zum Beheizen von Gewächshäusern verschlingt. Wer Spargel und Erdbeeren schon im Januar isst, der lässt diese einheimischen Spezialitäten aus Übersee einfliegen!

Die Wiederentdeckung von Großmutters Gemüsekiste
Wurzelgemüse sind bekömmlich und in unterschiedlichen Zubereitungen für die Winterküche geeignet. Sie sind lagerfähig und werden vielerorts in Deutschland angebaut. Zu ihnen zählen Karotten, Sellerie, Wurzelpetersilie, Pastinaken, Rote Bete, Lauch, Rettiche und verschiedene Herbstrüben. An frischen Blattsalaten empfehlen sich Endivien und Chicorée, Radicchio und Ackersalat aber auch Chinakohl sowie gehobelter Weiß- oder Rotkohl. Sie alle kommen nicht aus dem beheizten Treibhaus. Geschmackliche Vielfalt und viele Vitalstoffe bieten die unterschiedlichen Kohlarten, angefangen beim Sauerkraut beziehungsweise Weißkohl. Doch da sind auch noch Wirsing und Grünkohl, Rosenkohl und eben der Rotkohl. Zur Bereicherung des Speiseplans im Winter eignen sich Kürbisse, mit denen es sehr viele Rezepte gibt. Viel Protein und Ballaststoffe stecken in Trockenbohnen, Linsen und Erbsen, die mit oder ohne Vorquellen leckere Gerichte ergeben.

Rezepte mit Kohl
Rezepte mit Kürbisssen

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