Gartenbuch-Tipp: Spriessbürger – Handbuch für den Anbau von Gemüse und Salat in der Schweiz

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Spriessbürger

Handbuch für den Anbau von Gemüse und Salat in der Schweiz

von Eveline Dudda und Klaus Laitenberger

Spiessbürger Verlag 2015, 367 Seiten, 38,50 Euro

Spriessbürger BuchcoverEin Gartenbuch über den Anbau von Gemüse und Salat in der Schweiz erobert einen Spitzenplatz der besten Gartenbücher der deutschen Gartenbau-Gesellschaft 2016. Es trägt den vielversprechenden Titel “Spriessbürger” und ist im Spriessbürger Verlag erschienen.

Ich beginne mit der Aufzählung der Besonderheiten und Hingucker im Buch. Es ist hochwertig Faden-gebunden und auf sehr gutem Papier gedruckt. Alle teilweise künstlerisch wertvollen oder humoristischen Fotos und die sehr treffenden Illustrationen sind schwarz-weiß. Philosophische Zitate, als besondere Würze in den Kapiteln des Buches verteilt, machen beim Schmökern viel Spaß. So zum Bespiel  Mark Twain mit: “Unkraut ist alles, was nach dem Jäten wieder wächst.”  Wahr ist die alte (und echte!) Bauernweisheit, die nicht nur für Garten und Acker gelten sollte: “Lebe so als würdest du morgen sterben, aber pflege das Land so, als würdest du ewig leben.” Nachzulesen gibt es die geschichtliche Erklärung für den Buchtitel “Spriessbürger” sowie für das Motto des Buches: “Spiesse zu Bohnenstangen”. Der interessierte und gebildete Gärtner und Gartenbuchleser schätzt zudem die seriöse Auseinandersetzung mit Garten-Mythen. Unter die Lupe genommen werden der Mondkalender beziehungsweise Aussaatkalender, die angeblich guten oder schlechten Pflanzen-Nachbarn beziehungsweise Mischungspartnern im Gemüsebeet und die Zuverlässigkeit der Eisheiligen sowie alle Datums-Angaben zu Saat-und Pflanzterminen. So weit, so wissens- und lesenswert!

Die richtige Pflanzzeit ist ein wichtiges Thema des Buches. Denn sprießen und nicht vegetieren soll Salat und Gemüse. Das geht nur bei den geeigneten Bedingungen von Bodentemperatur, Feuchte, Wärme und Sonne. Nicht nur die Schweiz hat sehr unterschiedliche Klimazonen und Mikro-Klimate. Sie verschieben die Aussaat und Pflanzung, vom Tessin bis nach Basel und in die Gebirgslagen. Auch wir Nachbarn in Deutschland und Österreich wissen, dass in einigen Jahren bereits ab Februar, in anderen erst ab April an Aussaat im Freiland zu denken ist. Manche Gemüse sprießen so spät dann gar nicht mehr. Andere wachsen ohnehin nur im Frühbeet oder Gewächshaus. Geeignete Wachstumsbedingungen für die vielen im Gartenjahr verfügbaren Sorten von Salat und Gemüse einzuschätzen oder einzurichten, erfordert einiges Wissen und viel Erfahrung, die in diesem Buch fundiert vermittelt wird. Ein klappbarer Gemüseplaner liegt dem Buch zusätzlich bei.

Vieles, aber eben nicht alles, wächst erfolgreich in Töpfen. Standortwahl, Pflanzabstände, Fruchtfolge, Pflege, Pflanzenschutz und Ernte werden ebenfalls zu allen 50 ausführlich und kompetent vorgestellten Gemüse- und Salat-Sorten behandelt. Die beiden Autoren des Buches sind ausgewiesene Experten und erklären in zusätzlichen, sehr nützlichen Kapiteln auch allgemein gültiges zu Boden, Düngung, Pflanzenschutz beziehungsweise Nützlingen und Schädlingen, zu Kompost, Bodenbedeckung, Hochbeeten, zu Werkzeugen und Geräten, sowie zu Ernte und Lagerung. Wichtig auch, für alle, die es ernst meinen, sind die Richtwerte zum Platzbedarf und Zeitbedarf für die Selbstversorgung aus dem Garten.

Das schöne und rundum gelungene sowie leicht lesbare Gartenbuch eignet sich als fundierte Anleitung für Einsteiger und bietet auch alten Garten-Hasen interessanten Lesestoff. Die tolle Aufmachung macht es zu einem sehr schönen Geschenk. Ein bisschen Liebe für die Schweiz ist allerdings vorteilhaft, damit das Nachschlagen im mitgelieferten Glossar Schweizerdeutsch-Deutsch auch Spaß (oder Plausch) macht: von Baumnuss über Gluscht bis zVieri.

Das Buch ist zu bestellen bei Amazon

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Über Stefanie Goldscheider

Stefanie Goldscheider ist Agraringenieurin und Herausgeberin von www.biothemen.de, eines Online-Magazins, das sich mit Ernährung, Gesundheit, Landwirtschaft, Ökologie und Nachhaltigkeit beschäftigt.
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