Unser Ratgeber rund um Dickmaulrüssler – Das sollten Sie darüber wissen!

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Frassschäden an Rhododendron durch Dickmaulrüssler

Frassschäden an Rhododendron durch Dickmaulrüssler
© SB_Johnny

Dickmaulrüssler stammen ursprünglich aus Asien. Über den Handel verbreiteten sie sich auf der ganzen Welt. Aufgrund ihrer Vorliebe für Nutzpflanzen sind Dickmaulrüssler vor allem bei Landwirten gefürchtet. Doch auch Zierpflanzen (Bild links: Frassschaden durch Dickmaulrüssler) werden von diesen Käfern verunstaltet. Die Pflanzen werden auf zwei verschiedene Arten geschädigt. Zum einen fressen die ausgewachsenen Tiere die Blätter an, zum anderen beschädigen die im Boden lebenden Larven die Wurzeln.

Breiter Rüssel

Ausgewachsene Käfer werden bis zu 14 Millimeter groß. Sie sind meist dunkel und haben eine gekörnte oder geriffelte Rückenpartie, oft mit braunen oder gelben Punkten. das herausragendste Merkmal und Namensgeber der Tiere, ist ihr breiter und kräftiger Rüssel, an dessen Spitze sich wulstige, lappenartige Vergrößerungen befinden, weshalb der Dickmaulrüssler auch als Lappenrüssler bezeichnet wird.

Gefurchter Dickmaulrüssler

Besonders gefürchtet in Deutschland ist der gefurchte Dickmaulrüssler, der besonders gerne Weinreben, Rosen, Ahornbäume, Eiben und Beerenobst befällt. Er ist der wirtschaftlich bedeutendste Problemschädling und inzwischen auch in Australien und in den USA stark verbreitet.

Nachtaktiver Fahrkartenknipser

Die flugunfähigen Dickmaulrüssler sind im Freiland zwischen April und Oktober aktiv. Sie fressen Nachts und ruhen tagsüber in schützenden Verstecken wie Laub, Mulch oder in der obersten Erdschicht. Mit Einbruch der Dämmerung werden sie munter und beginnen mit ihren Fressaktivitäten. Typische Fraßschäden sind kleine Buchten in den Blatträndern, was ihnen den Beinamen Fahrkartenknipser einbrachte.

Dickmaulrüssler gehen besonders gern an krautige Pflanzen, nehmen aber zur Not auch alles andere, was sich anbietet. Durch kleine Härchen an den Vorderbeinen nehmen Sie Vibrationen sehr gut wahr. Wenn Gefahr droht, lassen sie sich sofort auf den Boden fallen, wo sie ein Versteck aufsuchen.

In Einzelfällen können die Tiere mehrere Jahre alt werden. Das durchschnittliche Lebensalter liegt zwischen 7 und 12 Monaten. Die Seite dickmaulruessler.com stellt sehr ausführliche Informationen über die Schädlinge bereit. Dort erfahren Sie zum Beispiel auch umfangreiche Tipps zur Bekämpfung von biologischem Mitteln mit natürlichen Feinden bis hin zu chemischen Möglichkeiten gegen den Dickmaulrüssler.

In Gewächshäusern ganzjährig aktiv

Dickmaulrüssler halten Winterruhe. Dafür suchen sie im Herbst geschützte, oft unterirdische Plätze auf, zum Beispiel den Wurzelballenbereich von Pflanzen. In Gewächshäusern und Wintergärten hingegen, kann er aufgrund der milden Temperaturen im Winter das ganze Jahr über aktiv sein.

Eiablage zwischen Juli und Oktober

Zwischen Juli und Oktober legen die Dickmaulrüssler, wie bei dickmaulruessler.com beschrieben, ihre Eierpäckchen mit bis zu 1.000 Eiern neben die Wirtspflanzen, zum Beispiel an den Wurzelhals. Zur Eiablage werden keine Männchen benötigt. Die Eier werden auch nicht befruchtet.

Aus den weißen, runden Eiern schlüpfen nach zirka drei Wochen bei Temperaturen zwischen 16 und 27 Grad die ersten Larven. Je feuchter der Boden, desto mehr Larven schlüpfen und überleben. Die Larven leben unter der Erde und fressen erst die zarten Wurzelhaare, später auch kräftigere Wurzelteile bis hin zum Wurzelhals der Pflanze. Nach spätestens 12 Monaten erfolgt die Verpuppung.

Hinweise auf Dickmaulrüssler:

– schlechter Allgemeinzustand der Pflanzen
– Welken
– Kümmerwuchs
– Verfärbungen der Blätter
– abgenagter Stamm/Stängel in Bodennähe

Den Dickmaulrüssler bekämpfen

Zu den natürlichen Feinden des Dickmaulrüsslers gehören:

Wespenspinne mit Beute– Igel
– Spitzmaus
Spinnen
– Maulwürfe
– Eidechsen
Erdkröten
– Gartenvögel
– Hühner

Ausreichend Unterschlupf- und Nistmöglichkeiten wie Laubhaufen helfen, das natürliche Gleichgewicht wieder herzustellen und den Dickmaulrüssler zu bekämpfen.

Bekämpfung mit Holzwolle und Tüchern

Wenn Sie unter die befallenen Pflanzen Töpfe mit Holzwolle stellen, werden sich die Tiere tagsüber darin verkriechen und können eingesammelt werden. Eine weitere Möglichkeit ist ein Tuch unter der Pflanze. Wenn Sie die Pflanze leicht schütteln, lässt sich der Käfer auf das Tuch fallen.

Niemöl und Nematoden

Niemöl kann vorbeugend und bereits bei Befall als Zugabe in Spritzflaschen und im Gießwasser angewendet werden. Nematoden werden dem Gießwasser zugefügt und wie das Niemöl über mehrere Wochen angewendet. Die beste Zeit dafür ist zwischen April und Anfang Juni sowie zwischen August und Oktober, weil dann die Larven aktiv sind und die Nematoden in sie eindringen können. Nematoden brauchen mindestens 12 Grad Bodentemperatur, da sie sonst absterben. Die kleinen Helfer bewegen sich im Bodenwasser, weshalb die Erde während der Bekämpfung stets feucht gehalten werden muss.

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