Kohlenhydrate

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Drei Jahrzehnte lang galten Fette als Dickmacher. Man unterschied nicht woher die Nahrungsfette kamen – aus Nüssen und Saaten, aus tierischen Produkten, aus Frittiertem oder gar versteckt aus Fertigprodukten. In dieser Zeit der Verteufelung von Fett galten Kohlenhydrate als Lösung der Gewichtsprobleme. Auch das vollkommen undifferenziert, denn Kohlenhydrate sind nicht gleich Kohlenhydrate. Kohlenhydrate gibt es in Form von Beilagen wie Reis, Nudeln, Kartoffeln und Brot aber auch als Süßigkeiten, Limonade, Alkoholika oder Füllstoffe in Fertigprodukten. Letztere tragen nicht zu guter Gesundheit sondern zur Gewichtszunahme sowie zu Volksleiden von Adipositas bis Zuckerkrankheit bei. Die vorne genannten Beilagen hingegen machen richtig satt und damit auch glücklich – und sie werden zusammen mit Gemüse und Eiweißprodukten gegessen. Sie belasten weder die Verdauung noch den übrigen Organismus. Es war nicht falsch Kohlenhydrate zu empfehlen, es sollten nur die richtigen sein. Die heute modernen Protein-Diäten sind eine neue Übertreibung. Übermäßige Anteile von Proteinen, meist tierischer Herkunft, belasten den Organismus und langfristig die Gesundheit. Mit eiweißreichen Diäten am Abend ist das Einschlafen schwierig. Krankheitssymptome bei Proteindiäten sind bereits von früheren Diät-Moden bekannt.

Volle Kraft aus vollem Korn

Kaum ein anderes Lebensmittel ist hingegen langfristig und dauerhaft so gesund und vollwertig wie Getreide, natürlich nur in Vollkornqualität. Die Randschichten und der Keimling von Getreide enthalten fast alles, was der Mensch zur Ernährung braucht in einem ausgewogenen Verhältnis. Selbst der Proteingehalt, der in pflanzlichen Produkten häufig sehr gering ist, ist in Getreide relativ hoch, insbesondere in Dinkel, Hafer und Weizen. Auch die für eine basische Ernährung erforderlichen Mineralstoffe Kalium, Kalzium und Magnesium sind in Vollkorngetreide enthalten. Daneben ist Vollkorngetreide eine gute Quelle für Zink, Selen und Eisen, für den B-Vitaminkomplex, Folsäure sowie Vitamin E. In Weißmehlprodukten sind dagegen Vitamine, Mineralstoffe und die darmpflegenden Ballaststoffe nicht mehr enthalten. Durch die Ausmahlung zu Weißmehl vermindert und in der ernährungsphysiologischen Qualität verschlechtert ist auch das Eiweiß. Übrig bleibt der stärkereiche Mehlkörper und das für viele Menschen problematische Gluten. Weißmehlerzeugnisse enthalten nur noch leere Kalorien ohne Gesundheitswert, leere Kohlenhydrate. Noch dazu machen sie durch das Fehlen der quellfähigen Ballaststoffe nicht richtig und nicht lange satt. Man isst schnell zu viel davon.
Tipp: Für mehr Vielfalt und Abwechslung sorgen die sogenannten Pseudogetreide wie Buchweizen, Hirse oder Amaranth, die besonders hohe Gehalte an Aminosäuren, Mineralstoffen und Vitaminen haben und glutenfrei sind.

Lesen Sie zu ballaststoffreichen Lebensmitteln:
Getreide und Getreideersatzprodukte
Speisealgen
– Speisepilze (demnächst)

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Über Stefanie Goldscheider

Stefanie Goldscheider ist Agraringenieurin und Herausgeberin von www.biothemen.de, eines Online-Magazins, das sich mit Ernährung, Gesundheit, Landwirtschaft, Ökologie und Fairem Handel beschäftigt.
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