Gärtnern bei Trockenheit

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Wenn der Regen lange ausbleibt, hilft Gärtnern und Landwirten nur noch Bewässerung. Die Aussaat von Gemüse und einjährigen Kulturen ist ohne Feuchtigkeit im Boden vollkommen sinnlos. Jedoch ist mit der Gießkanne oder dem Bewässerungsschlauch allein gegen eine derartig lang anhaltende Dürreperiode wie in diesem Frühjahr nur schwer anzukommen. Weitere Maßnahmen müssen her.

Wassersparender Umgang mit dem Boden

Bei Trockenheit mit starkem Wind trocknet die Bodenkrume sehr schnell aus. Tiefes Umgraben oder Pflügen sollte nun absolut vermieden werden, damit die Feuchtigkeit in tieferen Bodenschichten länger erhalten bleibt. Andererseits ist es wichtig die Oberfläche locker zu halten. Das Hacken des Oberbodens bricht die Kapillarwirkung und fungiert als Mulchschicht. Das heißt, der Aufstieg von Wasser an die Oberfläche und damit die Verdunstung kann durch flaches Hacken vermindert werden. Ein lockerer Oberboden ist auch wichtig, damit das Bewässerungswasser oder der irgendwann zu erwartende Regen besser eindringen kann und nicht oberflächlich abläuft. An Hängen ist eine leichte Terrassierung vorteilhaft, um einzelne Pflanzen herum eine Vertiefung und ein Erdwall, damit man gezielter gießen kann.

Beikraut ist jetzt zu viel

Im trockenen Süden ist es weitverbreitet üblich, Olivenplantagen oder Weinberge nur im Winter zu begrünen, im Sommer aber abweiden zu lassen und brach liegen zu lassen. Das hat mit den begrenzten Wasservorräten im Boden zu tun, mit der Wasserkonkurrenz. Hinzu kommt, dass vertrocknetes Gestrüpp leicht entzündlich ist und sich auf diese Weise Buschbrände rasch ausbreiten können. Auch bei uns wird man Obstbäumen einen Baumring frei halten. Man sollte zumindest das Gras Abmähen und wenn möglich Mulchen. In  Gemüsekulturen sollte man jetzt ebenfalls das Unkraut hacken und dann als schützende Mulchschicht auf der Bodenoberfläche vertrocknen lassen. Unkräuter wachsen bei Dürre ansonsten viel schneller als die meisten Gemüsepflanzen und schlucken das Gießwasser.

Rasen und Wiese schonen

Viele Gräser hören auf zu wachsen, wenn es trocken wird. So schonen sie ihre Reserven. Diese Gräser speichern ihre Nährstoffe in den unteren Halmabschnitten. Werden sie zu oft zu tief abgemäht (oder abgeweidet) dann steigt die Gefahr des Absterbens, insbesondere bei lang anhaltender Dürre. Die typischen Rasen- und Wiesenunkräuter wie Sauerampfer, Löwenzahn, Disteln, Hahnenfuß oder Wiesenkerbel aber auch Klee, Wegerich und viele andere haben tiefer reichende Wurzeln als die Gräser und sind sehr trockentolerant. Sie profitieren vom Absterben der Gräser und können sich stark ausbreiten. Bei Dürre ist es also wichtig den Rasen nicht zu tief und nicht zu oft zu mähen, damit die Wurzelunkräuter nicht zu sehr überhand nehmen.

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Über Stefanie Goldscheider

Stefanie Goldscheider ist Agraringenieurin und Herausgeberin von www.biothemen.de, eines Online-Magazins, das sich mit Ernährung, Gesundheit, Landwirtschaft, Ökologie und Nachhaltigkeit beschäftigt.

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