Augen-Wischerei & Futter-Mischerei

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Es ist  nicht zutreffend, sondern Augenwischerei, wenn jetzt behauptet wird, der ausgewachsene Dioxin-Skandal hätte nichts mit unserer industrialisierten Landwirtschaft zu tun. Er hat sogar nur damit zu tun! Dioxin wäre niemals in diesem Ausmaß im Futter enthalten, das landwirtschaftliche Nutztiere eigentlich fressen würden – Gras und viele Kräuter, Stroh, Getreide, Futterrüben und Kartoffeln, Samen und Körner, im Fall der Hühner und Schweine auch noch Insekten und Würmer. Die Entwicklung weg vom Bauernhof und hin zur Massentierhaltung hat alles verändert. Am meisten die Futtermittel.

Wenn jetzt alle von Schwarzen Schafen reden, so ist dennoch gesetzlich wenig verboten, was in Futtermittel wandern darf. Vor allem gibt es bei Mischfuttermitteln keine gesetzlichen Bestimmungen hinsichtlich Rezeptur, Herstellung und wertbestimmenden Inhaltstoffen. Erlaubt ist hingegen die “Zugabe von Destillations- und Raffinationsfettsäuren, die bei der destillativen bzw. Laugenentsäuerung von pflanzlichen Fetten und Ölen, (…) anfallen”  (1: Quelle: Jeroch/Frochner/Simon). Erlaubt sind auch “Salze von Fettsäuren, die bei der Verseifung von Fettsäuren entstehen” (1). Wer sich auskennt der weiß – in Ölsaaten, die der Destillation und Raffination unterzogen werden, kann jede Menge Agrarchemie in Form von gefährlichen Pestiziden stecken, Pestizide, die im Verlauf der Produktionsketten auch zur Entstehung von Dioxinen führen können. Werden die wegen der hohen Gesundheitsgefährdung bestehenden Grenzwerte für Pestizide in Speiseöl überschritten, so passiert eigentlich was mit den Ölsaaten? Selbstverständlich in Futtermitteln erlaubt sind aber auch eine lange Liste an Zusatzstoffen, von den Konservierungsmitteln bis zu den vorbeugenden Medikamenten.  Das Problem ist offensichtlich – unsere intensive Landwirtschaft erfordert an vielen Stellen den massiven und massenhaften Einsatz von Chemikalien. Bei deren Herstellung entstehen Dioxine.

Auch wenn es  keine endgültige Sicherheit gibt: die Produktionswege und die eingesetzten Mittel sind in der Biolandwirtschaft einfach anders!

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Über Stefanie Goldscheider

Stefanie Goldscheider ist Agraringenieurin und Herausgeberin von www.biothemen.de, eines Online-Magazins, das sich mit Ernährung, Gesundheit, Landwirtschaft, Ökologie und Nachhaltigkeit beschäftigt.
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2 Antworten auf Augen-Wischerei & Futter-Mischerei

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