Frische Austernpilze im Garten ernten

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Seitlinge sind schon erntereif

Seitlinge, frisch im Garten geerntet und gebraten

Die im letzten Herbst angelegten Pilzkulturen im Garten ergaben jetzt, Mitte April bereits die erste große Ernte. Der größte Seitling, der in unseren Breiten im Freien überwintern und bei uns wachsen kann, ist der Lungenseitling mit dem wissenschaftlichen Namen Pleurotus pulmonarius. Dieser Pilz kann auch in der warmen Jahreszeit wachsen, wird auch als Sommer-Austernpilz, als Indischer Austernpilz und als Phoenix-Pilz bezeichnet.
In Aussehen, Kultur und Geschmack ähnelt er dem bekannteren Zuchtpilz, dem Austernpilz oder Austernseitling (Pleurotus ostreatus). Allerdings schmecken im Freiland angebaute Pilze viel aromatischer als gekaufte Pilze. Der sehr aromatisch duftende Phoenix-Pilz hat einen feinen Geschmack, trotz seiner enormen Hutgröße von bis zu 30 Zentimetern. Austernpilze können in einer heißen Pfanne in etwas Öl scharf angebraten werden.

Pilzarten, die einfach angebaut werden können

Sommer Austernpilz auf Pappkarton angebaut

Einige Pilz-Verwandte der Seitlinge beziehungsweise des Austernpilzes lassen sich ganz besonders einfach im Garten anbauen, wenn man die Kulturen richtig anlegt. Sie wachsen auf Stroh, Holz, Pappkarton oder in Pilzbeeten. Tatsächlich sind diese schmackhaften und gesunden Pilzarten eine nachhaltige und ökologische Möglichkeit Wellpappe von Versandkartons aller Art als Grundlage zur Produktion von Nahrungsmitteln zu verwerten. So wird nebenbei der biologische Kreislauf geschlossen. Zu bevorzugen ist unbedruckte Pappe. Auch Altpapier eignet sich dafür, denn inzwischen werden viele Druckfarben nicht mehr aus Erdöl sondern aus Pflanzenöl und ökologisch hergestellt. Seitlinge und andere Speisepilze sind obendrein in der Lage komplexe organische Verbindungen in unschädliche Nährstoffe zu zerlegen. Der Platzbedarf für diese Art der Pilzkultur ist gering. Einziges Problem: Auch Schnecken lieben Pilze (siehe Foto).

Zur Biologie und Ökologie sowie dem Wachstum und Anbau der Pilze mehr im neuen Buch und Ratgeber zum Pilzanbau:

Speisepilze selbst anbauen

Für drinnen und draußen

Von Stefanie Goldscheider

Speisepilze selbst anbauenBLV-Verlag München, 2018, 112 Seiten, über 100 Farbfotos und Illustrationen, 15 Euro, ISBN 978-3-8354-1805-9.

Die schmackhaftesten und beliebtesten Speisepilze stecken voller gesundheitsfördernder Inhaltsstoffe und sind oft Vitalpilz und Speisepilz in einem. Zu Ihnen gehören Austernpilze und andere Seitlinge sowie der Shiitake und Champignons. Diese und andere delikate Arten können in Haus und Garten sowie auf Balkonen und in Kellern zu unterschiedlichen Jahreszeiten und insgesamt von Januar bis Dezember frisch angebaut werden. Das Buch zeigt farbig illustrierte und mit guten Fotos anschaulich gemachte, praktikable Anbaumethoden für den Einstieg in die Pilzzucht zu Hause. In 15 ausführlichen Porträts, in denen auch die Heilwirkungen und die Inhaltsstoffe sowie die jeweils beste Zubereitung zur Sprache kommen, werden die am einfachsten und sichersten zu kultivierenden Pilzarten vorgestellt. Bestellen bei Amazon

Pilzbrut des Lungenseitlings und vieler anderer Seitlinge gibt es bei Tyroler Glückspilze.

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Über Stefanie Goldscheider

Stefanie Goldscheider ist Agraringenieurin und Herausgeberin von www.biothemen.de, eines Online-Magazins, das sich mit Ernährung, Gesundheit, Landwirtschaft, Ökologie und Nachhaltigkeit beschäftigt.
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