Eier – Qualität und Erzeugung

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Hühner im FreilaufEier gehören zu den gesündesten Nahrungsmitteln überhaupt. In der Menschheitsgeschichte haben Eier ihren Beitrag zu unserer Entwicklung geleistet. Ihr wertvolles Protein war ohne ausgeklügelte Jagdmethoden verfügbar. Auch Mineralstoffe, wertvolle Fette und Vitamine sind in Eiern reichlich enthalten.

Gutes Lebensmittel – schlechtes Gewissen?

Leider geraten Eier aus verschiedenen Gründen und seit Jahrzehnten immer wieder in die Schlagzeilen. Die Batteriehaltung der Hühner produzierte stets schrecklich Bilder. Bei keinem anderen unserer Nutztiere ist die Steigerung der Produktivität – was nichts anderes heißt als die Senkung der Kosten für die Eiererzeugung – so dramatisch sichtbar wie bei Hühnern. Die ursprünglich waldbewohnenden und auf Bäume kletternden Hühner, werden krank, verkümmern oder fressen sich gegenseitig auf weil Ihre Lebensbedingungen in kleinsten Käfigen mit künstlichem Licht nicht artgerecht sind.
Futtermittelskandale, Dioxin-verseuchte Eier, Antibiotika zur Aufzucht und massenweise verendete oder getötete Hühner – das Ei ist seit langem in Verruf gekommen. Vielleicht ist auch deswegen in Deutschland der Verzehr von Eiern rückläufig, anders als weltweit.
Beim Vergleich der Eierpreise für konventionelle Käfigeier mit Bio-Eiern von Freilaufhühnern kommen große Unterschiede zutage. Bio-Eier von freilaufenden Hennen kosten fast dreimal so viel wie Eier aus Käfighaltung. Doch aus Hennen in der Massentierhaltung wird auch das Letzte herausgepresst. Sie bekommen Futter am untersten Limit der Qualität und müssen in grellem Licht ohne ihren natürlichen Lebensrhythmus so viele Eier in so kurzer Zeit legen wie möglich. Hühner picken am liebsten Körner und nicht Mehlmischungen wie bei der Massentierhaltung. Man füttert Legehennen Rückstände aus der Biodieselerzeugung wie Rapsextraktionsschrot und Glycerol.

Weniger ist mehr

Natürlicher Weise scharren Hühner nach Larven, Insekten und Würmern und zupfen an Grünfutter. Diese natürliche Nahrung versorgt sie mit gesunden Fettsäuren, die ihnen selbst und der Eierqualität zugute kommt. Dadurch sind Eier gute Quellen für die wertvollen Omega-3-Fettsäuren, die man ansonsten aus Fischöl kennt. Eier enthalten alle Vitamine außer Vitamin C.
Eine Legehenne legt in ihrem Leben von 500 Tagen rund 300 Eier. Insgesamt legt sie 20 kg Eier und braucht dafür 40 bis 50 kg Futter. Eine Freilauf-Henne braucht 10 bis 20 % mehr. Können wir uns nicht leisten der Henne vernünftiges Futter und gute Lebensbedingungen anzubieten?

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Über Stefanie Goldscheider

Stefanie Goldscheider ist Agraringenieurin und Herausgeberin von www.biothemen.de, eines Online-Magazins, das sich mit Ernährung, Gesundheit, Landwirtschaft, Ökologie und Nachhaltigkeit beschäftigt.

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