Die Darmgesundheit fördernde Lebensmittel

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Ein gesunder Darm – Schlüssel für Wohlbefinden und Vitalität

Pastinaken

Wurzelgemüse mit darmpflegenden Ballaststoffen

Es beginnt mit den kleinen Störungen und Empfindsamkeiten: Völlegefühl und Blähungen sowie Verstopfung machen vielen Menschen zu schaffen. Aufstoßen, Sodbrennen, schlechter Atem und Müdigkeit, dies alles sind weitere Symptome dessen, dass unsere Verdauungsorgane nicht optimal arbeiten. Heute führen wir gerne eventuelle Verdauungsprobleme auf Lebensmittelunverträglichkeiten und Allergien zurück, doch woher sind diese plötzlich gekommen? Die genauere Erklärung der alten Weisheit: “du bist was du isst” ist heute weithin bekannt und wissenschaftlich untermauert: Die Zusammenhänge zwischen Darmgesundheit und allgemeinem Wohlbefinden oder eben umgekehrt, die Auswirkungen von Darmproblemen wie Blähungen Reizdarm, chronischen Darmentzündungen oder Verstopfung äußern sich häufig durch schlechten Schlaf, Hautprobleme, eine verminderte Leistungsfähigkeit und eine erhöhte Infektionsanfälligkeit. Der Schlüssel für Vitalität und gute Gesundheit ist also in einem gesunden Darm zu suchen.

Die Darmflora ändert sich mit der Nahrung

Du bist was du isst – man sollte sich das hin und wieder auch bildlich vorstellen, heutzutage auch gerne nebst Verpackung. Coffee-to-go und Burger, Protein-Shakes und Tiefkühlpizza mit doppelt Käse und doppelt Salami sowie ein paar Softdrinks zum runterspülen. Etwas natürliches ist oft nicht dabei, nichts was Menschen noch vor ein paar Jahrzehnten verspeist oder getrunken hätten. Was darin nicht enthalten ist sind Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe. Wir essen mittlerweile low-carb, was leider oft heißt –  frei von dem was in Getreide, Reis und Kartoffeln den Nährwert und die Kalorien ausmacht – den Kohlenhydraten – aber auch frei von den wertvollen begleitenden natürlichen Substanzen. Obst und Gemüse fallen im Land des Zeitmangels für das Kochen oder Zubereiten einfach weg. Unser Darm aber funktioniert mit Hilfe von Mikroorganismen. Auf biologischem Weg wird unsere Nahrung verdaut also in ihre Bestandteile zerlegt. Die Darmflora ist abhängig vom richtigen Darmmillieu. Das ist der pH-Wert und die Nährstoffzusammensetzung. Beides ist bei Mischkost mit ausreichend Gemüse, Ballaststoffen aber auch Kohlenhydraten gegeben. Zuviel Eiweiß und Zucker hingegen lässt den Darm sauer werden, die Darmflora gerät aus dem Gleichgewicht, krankmachende Mikroorganismen wie Candida und die falschen Bakterien vermehren sich explosionsartig. Lebensmittel werden schlecht verdaut, der Darm verstopft, die Darmschleimhaut wird geschädigt, chronische Erkrankungen können so beginnen. Es gilt also die Darmflora aufzubauen.

Präbiotika und Probiotika – was ist das eigentlich?

Als Präbiotika bezeichnet man heute solche Lebensmittel, die ein gesundes Darmmillieu für die nützlichen Darmmikroben erzeugen. Probiotika hingegen sind die nützlichen Bakteriestämme selbst, in erster Linie Milchsäurebakterien der Gattung Bifidobacterium und Lactobacillus. Heute kennt man über 30 Arten von Bifidobakterien und ebensoviele Arten von Lactobazillen. Probiotika nimmt man in Form von Joghurts aber auch Kapseln und Präparaten mit lebenden Bifidobakterien zu sich. Natürlicher Weise kommen sie in fermentierten Milchprodukten und anderen milchsauer vergorenen Produkten wie Joghurt, Sauermilch, Sauerteig, Sauerkraut (und andere Sauergemüse), Hefe und Kefir sowie Bier vor. Kurz gesagt – Menschen mit einer ausgewogenen, eher traditionellen Ernährung haben diese Helfer im Darm. Damit sie ihre darmpflegende oder darmsanierende Wirkung entfalten können brauchen die Milchsäurebakterien neben dem richtigen Millieu auch etwas zu fressen und zwar dauerhaft. Sie wollen bestimmte Kohlenhydrate und Ballaststoffe, die es vorzugsweise in Gemüse und Vollkorn gibt. Lebensmittel, die ganz besonders reich sind an darmpflegenden Ballaststoffen wie Inulin und Oligofructose  sind Chicoree, Schwarzwurzeln, Artischocken und Topinambur, Pastinaken, Spargel, Zwiebeln und Lauch sowie Weizen und Bananen. In gleicher Weise wertvoll sind Kohlgemüse und Rote Bete, Keimlinge und Sprossen, Pilze und Algen. Sind im Darm hingegen nur Zucker aus Limonade, Weißmehl aus dem Burger-Brötchen und der Tiefkühlpizza sowie das viele Eiweiß und Fett vom Belag vorhanden, überlassen die Bifidobakterien anderen, häufig auch pathogenen, Keimen das Feld. Präbiotika sind also unverzichtbar für Probiotika oder anders gesagt: Gemüse und Vollkorn sind der Schlüssel für dauerhafte Darmgesundheit.

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Über Stefanie Goldscheider

Stefanie Goldscheider ist Agraringenieurin und Herausgeberin von www.biothemen.de, eines Online-Magazins, das sich mit Ernährung, Gesundheit, Landwirtschaft, Ökologie und Nachhaltigkeit beschäftigt.

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