Besser als Zigaretten

twitterrss

Raucher und Konsumenten von Tabakwaren aufgepasst: wussten Sie, dass für Tabak genauso so viel Ackerland gebraucht wird, wie für alle Tomaten der Welt? Verraucht werden die nikotinhaltigen Tabak-Pflanzen von Ackerflächen, die fast ein Viertel so groß sind wie die für den Anbau von Kartoffeln: weltweit 4,5 Millionen Hektar. Das ist ebenso viel, wie in ganz Deutschland an Weizen und Gerste zusammen angebaut wird. Tabak braucht zum Gedeihen gutes Klima und guten Boden, wie seine Verwandten, eben die Kartoffeln und Tomaten. Wie wäre es also mal mit Gemüse und anderem Grünzeug, statt mit Zigaretten? Hier unsere Rezepte für oralen Gebrauch und zur Inhalation sowie für alle Sinne.

Neue Beschäftigung für die Finger – und – es muss nicht immer Kaugummi sein

Rauchen ist cool – gewesen –  zu Zeiten des Marlboro-Mannes oder der für-Camel-geh-ich-meilenweit-Werbung. Heute ist es viel angesagter, ökologisch zu leben und nicht nur gedankenlos zu konsumieren. Im Trend liegen Fingerfood, vegane Ernährung und Koch-Shows. Warum also nicht das Angesagte mit dem Nützlichen verbinden und gleichzeitig etwas fürs eigene Karma und die Gesundheit tun? Kennen Sie Chips? Richtig, schon wieder sind wir bei Kartoffeln – oder bei getrockneten Tomaten. Zweitere müssen eine Weile gekaut werden und enthalten nur wenige Kalorien, dafür umso mehr Lycopin, den überaus gesunden Wirkstoff gegen Krebs. Doch Gemüsechips treiben es noch bunter: Grünkohl, Rote Bete, Pastinake und Karotte in Olivenöl zu Chips verarbeitet sind sündhaft teuer (fast wie Zigaretten) und saulecker. Man kann sie auch selber machen: scheibchenweise aus dem frischen Gemüse. Anschließend im Dörrautomaten getrocknet, im Ofen gebacken oder in Pflanzenöl frittiert, eignen sie sich zum nebenbei konsumieren während dem Fernsehabend, vor dem Bildschirm, bei der Party und überall, wo gerade ein Raucherbein- äh Arm frei ist. Fingerfertig zu Sticks zurecht geschnitzt ist das Wurzelgemüse auch frisch mit Dipp ein kalorienarmer, schlanker Zeitvertreib. Es könnte allerdings passieren, dass durch die vielen gesunden Inhaltstoffe – die Antioxidantien und Vitamine – ihre Haut weniger faltig und ihr Bluthochdruck geringer sein wird. Damit müssen Sie dann leben und das womöglich recht lange.

Gemütlichkeit und Entspannung für Nichtraucher

Wussten Sie, dass andernorts die Verwandten des echten Tabaks als Zigaretten geraucht werden? Diese qualmen noch ganz anders! Seit ich in der Wüste dort vorkommendes Bilsenkraut mit inhalieren musste, kann ich sagen, dass unser Zigarettenrauch vergleichsweise bekömmlich ist. Räucherpflanzen haben es in sich! Ihre ursprünglichere Verwendung als Heilpflanzen, zur Reinigung, für Rituale und kultische Zwecke sowie für die Meditation und spirituelle Erfahrungen macht sie wohl zu etwas Essenziellem für Menschen. Weihrauch und Myrrhe oder Opium und Marihuana, die Akzeptanz und das Prestige in der Gesellschaft könnten kaum unterschiedlicher sein. Was Raucher jedoch vor allem suchen und dank des Nikotins in der Pflanze Nicotiana tabacum, dem echten Tabak, auch finden, ist Entspannung. Entspannen kann man auch im blauen Dunst von alt hergebrachtem Räucherwerk: mit Zweigen von Wachholder, Thymian oder Rosmarin, mit Lorbeer oder mit exotischen Salbeiarten und vielen anderen Kräutern, die sogar auf dem Balkon gedeihen. Das Entzünden von getrockneten Pflanzenteilen auf Holzkohle schafft dabei leicht sehr viel Stimmung und Atmosphäre, guten Duft und Anregung für alle Sinne und für die Phantasie.

Facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinmail

Über Stefanie Goldscheider

Stefanie Goldscheider ist Agraringenieurin und Herausgeberin von www.biothemen.de, eines Online-Magazins, das sich mit Ernährung, Gesundheit, Landwirtschaft, Ökologie und Nachhaltigkeit beschäftigt.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Gesundheit abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.